Handelsblatt: Haus mit Hüterin

Neuer Trend: Wer leerstehende Gebäude bewacht, spart die Miete.

Handelsblatt: Haus mit Hüterin

 

Neuer Trend: Wer leerstehende Gebäude bewacht, spart die Miete. 

Drei kleine Zimmer, zusammen gut 30 Quadratmeter, in einem denkmalgeschützten Gründerzeitgebäude mit großem Park bewohnt die Studentin Anja Wilfling. Dafür bezahlt sie inklusive aller Nebenkosten gerade mal 180 Euro im Monat – und das im aufstrebenden Berliner Stadtteil Lichtenberg.

Nein, Anja Wilfling hat nicht das Glück, dass ihr Vermieter besonders menschenfreundlich ist. Streng genommen ist sie auch gar nicht Mieterin, sondern Hauswächterin. Der eigentliche Zweck ihres Aufenthalts im ehemaligen Kinderkrankenhaus Lindenhof besteht darin, das derzeit ungenutzte Gebäude vor Schäden durch Wind, Wetter und Vandalen zu bewahren. „Das Wohnen ist lediglich ein positiver Nebeneffekt“, sagt Dirk Rahn, Leiter Norddeutschland des niederländischen Unternehmens Camelot. „In der Hauptsache geht es darum, das Gebäude zu schützen.“ 

Seit 2011 versucht Camelot, das Hauswächterkonzept in Deutschland zu etablieren. Dass dieses aus den Niederlanden stammt, ist kein Zufall: Bis 2010 war es dort erlaubt, ein Gebäude, das länger als ein Jahr Leerstand, zu besetzen. Daraus entstand die Idee, solche Besetzungen durch eine organisierte Zwischennutzung in Übereinkunft mit dem Hauseigentümer zu verhindern. Dieses Konzept bietet für beide Seiten Vorteile. Abenteuerlicher Wohnraum zum kleinen Preis auf der einen Seite - enorme Kostenersparnis für die Hauseigentümer auf der anderen Seite. Darüber hinaus profitiert auch die Nachbarschaft: Da die Gebäude weiter gepflegt werden, entfällt die Angriffsfläche für Einbrecher, Vandalen und das Gebäude wird im Wert erhalten. Müllhalden, eingeschlagene Fenster, heruntergekommene Außenanlagen sind durch dieses Konzept kein Thema mehr.

 

Den vollständigen Artikel "Haus mit Hüterin" können Sie im Handelsblatt nachlesen.