Die Rheinpfalz: Käufer gesucht

Bieterverfahren für früheres Domizil der Bereitschaftspolizei in Schifferstadt läuft Derzeitwohnen dort Hauswächter SCHIFFERSTADT. Noch immer bele-ben sogenannte Hauswächter als einzige das Anwesen am Schifferstadter Bahnhof, das bis zum Mai des vergangenen Jahres eine Hun-dertschaft der rheinlan

Die Rheinpfalz: Käufer gesucht

Bieterverfahren für früheres Domizil der Bereitschaftspolizei in Schifferstadt läuft Derzeitwohnen dort Hauswächter.
SCHIFFERSTADT. Noch immer beleben sogenannte Hauswächter als einzige das Anwesen am Schifferstadter Bahnhof, das bis zum Mai des vergangenen Jahres eine Hundertschaft der rheinlan.

Ob es überhaupt Interessenten für die Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude, die Unterkünfte, Kraftfahrzeughalle. Wach- und Lagergebäude auf dem fast 20.000 Quadratmeter großen Grundstück gibt und erst recht. welche das sein könnten - darüber hält sich der LBB bedeckt. 2u laufenden Bieterverfahren können wir keine Auskunft geben", sagt eine Sprecherin. Gebotsende in diesem sogenannten Höchstbieterverfahren ist jedenfalls am 15. September. Das Mindestgebot für das weitläufige Anwesen an der Bahnhofstraße beträgt laut Immobilienangebot des LBB 2.2 Millionen Euro.

Nach dem Wegzug der Bepo wagte die Landesbehörde ein Experiment: Erstmals arbeitete sie mit einem Privatunternehmen zusammen. das sogenannte Hauswächter in leerstehen de Gebäude vermittelt (wir berichteten).
Die aus den Niederlanden stammende Firma Camelot verfolgt das Konzept "Bewacht durch Bewohnung". Das heißt dass Hauswächtereine Art Mieter auf Zeit - gegen eine geringe Mietzahlung in leerstehende Gebäude ziehen und dafür einige Verpflichtungen zu erfüllen haben unter anderem eben auf das Haus und 
seine Umgebung aufzupassen. Vandalismus oder andere Schäden sollen dadurch vermieden werden, und die Umgebung werde nicht durch Leerstände abgewertet, so lautet die Philosophie.

Auf dem Bepo-Gelände hat das geklappt. meint Karsten Linde, der Manager der Düsseldorfer Niederlassung von Camelot: "Es sind keine Probleme aufgetreten. Obwohl das Gelände so groß ist. direkt an der Bahn liegt und leicht zugänglich ist. ist nichts passiert." Auch aus dem Landesbetrieb verlautet nach über ei-nem Jahr: "Der LBB hat durchweg gute Erfahrungen mitder Firma Camelot gemacht." Es gebe regelmäßige gemeinsame Begehungen, man stimme sich ab, ergänzt Linde.

Im Juni 2013 waren die ersten Hauswächter eingezogen: Studenten, Doktoranden, aber auch Ingenieure und Schweißer einer holländischen Firma, die an einer neuen Anlage der BASF auf dem Werksgelände in Ludwigshafen arbeiten. 40 bis 80 Leute wohnen nach wie vor auf dem Bepo-Gelände. Die Zahl schwankt, je nachdem, wie viele Mitarbeiter gerade auf der Baustelle in der BASF arbeiten, sagt Linde. Und es gebe eine Fluktuation wegen Studienplatzwechseln oder Ähnlichem. Im zweigeschossigen Verwaltungsgebäude an der Bahnhofstraße, das nach LBB-Angaben im Jahr 1894 erbaut wurde. sind zehn Hauswächter untergebracht. Die Mitarbeiter der Baufirma wohnen in den früheren Mannschaftsunterkünften der Bereitschaftspolizisten, die im Jahr 1953 entstanden.

Was passiert mit den Bewohnern, wenn der Komplex verkauft werden sollte? "Das Vertragsverhältnis mit Camelot kann mit einer Frist von acht Wochen gekündigt werden. Ob dies geschieht. ist Sache des Käufers", sagt die Sprecherin des LBB, Abwarten, was sich entwickelt. meint auch Karsten Linde. In ähnlichen Fällen habe auch schon mal der neue Besitzer einfach weiter mit Camelot zusammengearbeitet und den Vertrag verlängert. Die Mieter auf Abruf wissen ohnehin. dass sie sich eventuell recht kurzfristig eine neue Bleibe suchen müssen. Im "Ernstfall" müssen sie innerhalb von vier Wochen ausziehen.