Wir wohnen jetzt im Geisterhaus

Düsseldorf – Küche und Schlafzimmer. Die Wohnung von Pascal Zahn (24) und seiner Mitbewohnerin im ersten Stock ist eine normale „Studentenbude“ – auf den ersten Blick: Wer aus dem Fenster schaut … sieht grün! Ihre Studenten-WG ist das „Haus Kolvenbach“ mitten im Südpark.

Wir wohnen jetzt im Geisterhaus

Düsseldorf – Küche und Schlafzimmer. Die Wohnung von Pascal Zahn (24) und seiner Mitbewohnerin im ersten Stock ist eine normale „Studentenbude“ – auf den ersten Blick: Wer aus dem Fenster schaut … sieht grün! Ihre Studenten-WG ist das „Haus Kolvenbach“ mitten im Südpark.

Sein letzter „Bewohner“ war ein von der Stadt engagierter Wachdienst. 2011 verließen die damaligen Pächter das 1880 gebaute Haus. Dort, wo einst Biergarten und die Tanzschule Düsseldorfer und Touristen anlockten, holt sich die Natur langsam alles zurück. Keiner wollt mehr ins „Kolvenbach“: Es wurde zu Düsseldorfs Geisterhaus. Bis zum 1. Februar, als Pascal Zahn (24) und seine Mitbewohnerin als „Hauswächter“ einzogen.

Initiiert wurde das Pilotprojekt vom Hauswächter- Unternehmen „Camelot“. „Bis jemand das Haus kaufen will, vermitteln wir »Hauswächter«, die hier miet- und nebenkostenfrei wohnen. Dadurch halten sie die Immobilie in Stand und machen sie sicher vor Einbrüchen“, bringt es Karsten Linde von „Camelot“ auf den Punkt.

„Durch meine Mitbewohnerin hörte ich von dem Prinzip. Zusammen haben wir uns beworben“, erinnert sich der Student. Lediglich 188 Euro Verwaltungsgebühr zahlt er pro Monat – kann man schon mal machen für knapp 2000 Quadratmeter Grundstücksgröße. Allein 822 Quadratmeter Wohnund Nutzfläche bietet das Haus. Allerdings darf der zweite Stock aus baurechtlichen Gründen noch nicht genutzt werden.

Hier draußen ist es schwer, seine Nachbarn zu stören – es gibt keine! Deshalb zeigt der Student seinen Lieblingsraum. Dort, wo in der „Tanzschule Reichelt“ einst Tanzbein geschwungen wurde, lässt er es mit seinem Schlagzeug krachen. Ein riesiges Studio mit Parkblick! „Bisher hab ich in einerWG gelebt, konnte nie spielen. Bis auf ein paar Räume dürfen wir hier alles nutzen“, sagt Pascal und fügt hinzu: „Ich fühle mich hier wirklich zu Hause und habe Freiheiten wie sonst nirgendwo.“ Angst, dass er irgendwann gehen muss, weil die Stadt einen Käufer findet, hat er nicht: „Ich würde mich freuen. Es ist zu schön, um leer zu stehen! Demnächst möchte ich hier gern Kulturveranstaltungen etablieren – wenn die Stadt es erlaubt.“ Es passt, dass gerade zwei junge Studenten Leben hinter die einst dunklen Fenster bringen. Im Haus Kolvenbach brennt wieder Licht!